Glaube · GLAUBE
Wenn Glaube weiterruft.
Über Vertrauen, wenn Antworten ausbleiben: Bartimäus, Gottes Wort als Fundament und Jesus auf dem Weg folgen.

Die Perspektive
Es gibt Jahreszeiten, in denen sich Glaube leicht anfühlt.
Wenn Türen sich öffnen, Gebete sichtbar erhört werden und das Leben verständlich erscheint.
Aber es gibt auch Jahreszeiten, in denen Glaube sichtbar wird, gerade wenn man noch nicht versteht, was passiert.
Ich persönlich befinde mich in einer solchen Jahreszeit.
Die letzte Zeit war intensiv. In verschiedenen Bereichen meines Lebens werde ich herausgefordert, nicht nur zu sagen, dass ich Gott vertraue, sondern dieses Vertrauen auch wirklich zu leben.
Und vielleicht ist das der Punkt, wo Glaube sichtbar wird.
Nicht, wenn alles gut läuft.
Sondern wenn man noch keine vollständige Antwort hat und doch sagen kann:
> Jesus, ich vertraue Dir.
Bartimäus rief weiter
In Markus 10,46 begegnen wir Bartimäus.
Er sitzt am Wegrand bei Jericho. Blind. Abhängig. Menschlich gesehen ohne viel Perspektive.
Dann hört er, dass Jesus vorbeigeht.
Er fängt an zu rufen:
> „Jesus, Du Sohn Davids, erbarme Dich meiner!“
Die Leute versuchen, ihn zum Schweigen zu bringen. Aber Bartimäus ruft umso lauter.
Das berührt mich.
Denn auch in unserem Leben können Umstände so laut werden, dass sie versuchen zu bestimmen, was wir glauben.
Enttäuschung kann sagen: Gib einfach auf.
Angst kann fragen: Was, wenn es sich nie ändert?
Unsicherheit kann flüstern: Wo ist Gott jetzt?
Aber Glaube leugnet die Umstände nicht.
Glaube richtet sich inmitten dieser Umstände auf Jemanden, der größer ist: Jesus Christus.
Bartimäus rief übrigens nicht einfach nach jemandem, der Wunder tun konnte.
Er nannte Jesus: „Sohn Davids.“
Seine Hoffnung lag letztendlich nicht nur in einer Lösung. Seine Hoffnung lag in Jesus selbst.
Jesus blieb stehen
Dann steht da etwas, das mich tief berührt.
Jesus blieb stehen.
Inmitten all der Menschen hörte Er Bartimäus. Er sah ihn. Er rief ihn.
Und Bartimäus erhielt sein Augenlicht.
Aber Markus 10,52 endet nicht beim Wunder.
Es heißt dann, dass Bartimäus Jesus auf dem Weg folgte.
Das verändert für mich alles.
Denn vielleicht ist der größte Durchbruch nicht nur, dass sich unsere Umstände ändern.
ielleicht ist der größte Durchbruch, dass wir Jesus klarer sehen und Ihm treuer folgen.
Was ist Durchbruch?
Natürlich glaube ich an Durchbruch.
Ich bete für offene Türen. Für Wiederherstellung. Für Weisheit. Für Heilung. Für Beziehungen. Für meine Familie. Für meine Kinder. Für GOD Radio und alles, was Gott uns anvertraut hat.
Aber ich lerne immer mehr, dass Durchbruch nicht nur bedeutet, dass ein Problem verschwindet.
Manchmal ist Durchbruch, dass Angst ihren Griff verliert.
Das Frieden kommt, bevor die Antwort kommt.
Das man wieder zu hoffen wagt. Das das Herz weich bleibt. Das man trotz Unsicherheit gehorsam bleibt.
Das man mitten in einem Sturm sagen kann:
> Gott ist immer noch gut.
Vielleicht beginnt echter Durchbruch deshalb nicht immer außerhalb von uns. Manchmal beginnt er tief im Inneren.
Wenn du weißt, dass du weißt, dass du weißt
Seit ich vier Tage die Woche das Charis Bible College besuche, werde ich wieder intensiv auf das Wort Gottes ausgerichtet.
Und je mehr ich mich damit beschäftige, desto deutlicher sehe ich den Unterschied zwischen etwas mit dem Kopf zu wissen und etwas wirklich im Herzen zu kennen.
Du kannst wissen, dass Gott gut ist. Du kannst wissen, dass Er treu ist. Du kannst wissen, dass Jesus für dich gestorben und auferstanden ist. Du kannst wissen, dass deine Identität in Christus liegt.
Aber es kommt ein Moment, in dem der Heilige Geist deinen Verstand erleuchtet und dein Herz öffnet für das, was Gott bereits in Seinem Wort offenbart hat.
Keine neue Wahrheit neben der Schrift. Sondern ein tieferes Verständnis der Wahrheit, die bereits da steht.
Dann wird das Wort mehr als Information. Es wird Fundament.
Dann entsteht etwas, das schwer zu erklären ist.
Du weißt.
Nicht, weil du alles über morgen weißt. Nicht, weil alle Fragen verschwunden sind. Nicht, weil jede Situation gelöst ist.
Aber weil du weißt, Wer Gott ist.
Du weißt, dass du weißt, dass du weißt.
Ich weiß, dass Er treu ist. Ich weiß, dass Er gut ist. Ich weiß, dass Jesus Christus Herr ist. Ich weiß, dass das Grab leer ist. Ich weiß, dass Seine Gnade genug ist. Ich weiß, dass Sein Wort Wahrheit ist.
Ich weiß nicht alles. Aber ich kenne Ihn.
Was hat Gott gesagt?
Wenn Umstände laut genug sprechen, können sie leicht unsere Gedanken beherrschen.
Was sehe ich? Was fühle ich? Was wird passieren?
Aber Glaube lehrt mich, eine andere Frage zu stellen:
> Was hat Gott gesagt?
Deshalb möchte ich das Wort nicht als eine schöne Ergänzung zu meinem Leben behandeln. Es muss mein Fundament sein.
Jesus sagte:
> „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.“
Wenn sich alles um mich herum bewegt, brauche ich etwas, das sich nicht bewegt: Gottes Wort.
Und dieses Wort soll nicht nur bestimmen, was ich glaube. Es soll auch bestimmen, wie ich lebe. Wie ich spreche. Wie ich liebe. Wie ich vergebe. Wie ich Entscheidungen treffe. Wie ich mit Enttäuschung umgehe. Wie ich reagiere, wenn ich die Antwort noch nicht habe.
Glaube ist deshalb mehr als Überzeugung. Glaube bekommt Füße im Gehorsam.
GOD Radio
Auch in der Arbeit rund um GOD Radio lerne ich immer wieder, dass Berufung letztendlich nicht um uns selbst geht.
GOD Radio existiert nicht, um meinen Namen groß zu machen.
Mein Wunsch ist, dass durch Medien das Evangelium erklingt. Dass Menschen Jesus kennenlernen. Dass jemand, der vielleicht nie eine Kirche betritt, doch das Wort hört. Dass Hoffnung erklingt, wo Verzweiflung ist. Dass Glaube aufgebaut wird. Dass Jesus im Mittelpunkt steht.
Gerade in einer intensiven Zeit durften wir auch neue Entwicklungen, Verbindungen und Möglichkeiten sehen. Dafür bin ich dankbar.
Nicht, weil Erfolg automatisch beweist, dass alles, was wir tun, perfekt ist. Sondern weil jede Möglichkeit, jemanden mit dem Evangelium zu erreichen, letztendlich eine Verantwortung und ein Vorrecht ist.
Auch die Zusammenarbeit mit Derek Prince Ministries sehe ich in diesem Licht.
Nicht auf einen menschlichen Namen bauen. Sondern gute Bibellehre nutzen, um Menschen immer wieder zur Schrift und zu Jesus Christus zurückzubringen.
Meine Kinder
Inmitten von allem bin ich Gott besonders dankbar für meine Kinder.
Mein Sohn Morris. Meine Töchter Hope und Faith.
Sie gehören zu den größten Geschenken, die Gott mir gemacht hat. Ich liebe sie innig.
Und gerade in einer intensiven Zeit erkenne ich wieder, wie besonders es ist, Vater sein zu dürfen.
Meine Kinder sind letztendlich nicht mein Besitz. Ihr Leben gehört Gott.
Meine Verantwortung ist es, sie zu lieben, für sie zu beten, verfügbar zu sein und – wie unvollkommen auch immer – etwas von Christus vorzuleben.
Wenn ich an Morris denke, danke ich Gott für meinen Sohn und für den, der er ist.
Wenn ich an Hope und Faith denke, danke ich Gott für ihr Leben, ihr Lachen und ihre eigene einzigartige Persönlichkeit.
Mein größtes Gebet für Morris, Hope und Faith ist einfach: dass sie Jesus wirklich kennenlernen werden. Dass sie die Wahrheit lieben werden. Dass sie Weisheit empfangen. Dass sie frei sein dürfen zu lieben. Dass sie entdecken, wer sie in Christus sind.
Und dass sie immer wissen werden:
> Ihr Vater liebt sie. Immer.
Mein größtes Gebet
Vielleicht hat sich mein Gebet in dieser Zeit verändert.
Natürlich bete ich immer noch: „Herr, verändere Situationen.“
Aber immer öfter bete ich auch:
> Herr, verändere mich, wo ich verändert werden muss.
Erforsche mein Herz. Läutere meine Motive. Gib mir Weisheit. Lehre mich Gehorsam. Lass mich sprechen, wenn ich sprechen muss. Lass mich schweigen, wenn ich schweigen muss. Bewahre mein Herz weich. Gib mir Mut ohne Härte. Gnade ohne Kompromiss. Wahrheit ohne Stolz. Liebe ohne Naivität.
Rückgrat und Samthandschuhe.
Denn ich will nicht nur, dass Gott etwas für mich tut. Ich will, dass Er etwas in mir tut.
Mein Glaube ruht nicht in meinem Szenario
Glaube bedeutet für mich immer weniger: Gott muss tun, was ich vor Augen habe.
Und immer mehr: Gott, ich vertraue Dir.
Ich darf um Wiederherstellung beten. Ich darf um Durchbruch bitten. Ich darf hoffen. Ich darf erwarten.
Aber letztendlich vertraue ich Gott nicht nur mit meinem Gebet. Ich will Ihm auch mit Seiner Antwort vertrauen.
Das ist nicht passiv. Das ist Hingabe.
Ich will Ihm auf dem Weg folgen
Deshalb berührt mich Bartimäus so.
Er rief. Jesus hörte ihn. Er erhielt sein Augenlicht.
Aber letztendlich geschah etwas Größeres: Er folgte Jesus auf dem Weg.
Das will ich auch.
Nicht nur Jesus für eine Antwort suchen. Nicht nur Jesus für ein Wunder suchen. Nicht nur Jesus für eine offene Tür suchen.
Sondern Jesus folgen, weil Er Jesus ist.
Deshalb treffe ich meine Wahl aufs Neue.
Ich wähle Jesus. Ich wähle Sein Wort. Ich wähle die Wahrheit. Ich wähle die Gnade. Ich wähle Gehorsam. Ich wähle Dankbarkeit. Ich wähle, mein Herz weich zu halten.
Ich wähle, dankbar zu sein für Morris, Hope und Faith.
Ich wähle, dankbar zu sein für GOD Radio und jede Möglichkeit, das Evangelium erklingen zu lassen.
Ich wähle, Gott nicht vorzuschreiben, wie jedes Kapitel enden muss. Ich wähle, Ihm zu vertrauen.
Denn Glaube ist letztendlich nicht, dass du alle Antworten kennst. Glaube ist, dass du Ihn kennst.
Und wenn Sein Wort tief in deinem Herzen verankert wird, entsteht eine Gewissheit, die Umstände nicht einfach wegnehmen können.
Du weißt. Du weißt, dass du weißt. Du weißt, dass du weißt, dass du weißt.
> Gott ist treu. Gott ist gut. Jesus lebt. Jesus Christus ist Herr.
Und darauf baue ich mein Leben.
Bas Emons
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